Die Skatstadt Altenburg
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist ein Altenburger Blatt im Spiel, wenn in deutschen Kneipen oder Vereinen von drei oder mehreren Spieler Skat „geklopft“ wird. Die Tradition der Altenburger Kartenmacher reicht bis in die Zeit von Luther zurück. In der Residenzstadt Altenburg in Thüringen, die auch den Beinamen „Skatstadt“ trägt, entstand zum Anfang des 19. Jahrhunderts das Skatspiel. Um den Ursprung des Spiels gibt es viele Anekdoten und Geschichten, die manchmal sehr fragwürdig sind. Eine davon, die noch verhältnismäßig glaubwürdig erscheint, besagt folgendes. Ein Kutscher aus Altenburg soll von einer seiner vielen Reisen in benachbarte Länder das aus dem sächsisch-böhmischen Erzgebirge stammende Schafkopf -spiel mitgebracht haben. Daraus sei in den folgenden Jahren – so ab 1810 – durch Mischungen aus L´Hombre, Sols und Tarock das Skatspiel entstanden.
Aber noch älter als das eigentliche Spiel soll der Name Skat sein. Bereits im italienischen Tarock sollen abgelegte Karten so bezeichnet worden sein. Abgeleitet wurde der Name von scartare, das weglegen bedeutet. Zum ersten Mal ist das Skatspiel erwähnt worden in den „Osterländer Blättern“ im Jahre 1818. Diese wurden von Friedrich Ferdinand Hempel herausgegeben. Studenten trugen in der Zeit von 1825 bis 1830 sehr viel zur Verbreitung des Spiels bei. In den Universitäten von Leipzig, Halle und Jena wurde von den jungen Männern Skat gespielt. Bald darauf jedoch wurde das Kartenspiel in ganz Deutschland bekannt. Aus privaten Spendenmitteln ist im Jahre 1903 im ostthüringischen Altenburg der Skatbrunnen gebaut worden. Die Kartenspieler aus aller Welt kommen gerne hierher und taufen ihre Karten in dem Brunnen. Das bringt Glück. Zudem setzen sich diese Spieler nur mit ihren getauften Karten an einen Spieltisch. Neben dem Brunnen ist ein altes Museum, in dem viele Karten zu besichtigen sind. Dabei reichen die Exponate zurück bis ins Jahr 1509.